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Die Mispel erreicht als kleiner Baum oder Großstrauch eine Höhe von 3 bis 5 Metern und stammt aus Südosteuropa, Kleinasien und dem Kaukasus. Sie wurde bereits zur Römerzeit nach Zentraleuropa eingeführt und war im Mittelalter ein wichtiges Obstgehölz in Kloster- und Bauerngärten. Der botanische Name Mespilus germanica entstand aus dem Irrtum, die Art sei in Deutschland heimisch – tatsächlich wurde sie nur sehr früh kultiviert und war lange Zeit weit verbreitet. Der Wuchs ist breit ausladend mit unregelmäßig geformtem Stamm. Das Laub verfärbt sich im Herbst leuchtend gelb bis orangerot.
Die braunen, apfelförmigen Früchte reifen im November und tragen auffällige Kelchblätter an der Spitze, die wie eine Krone aussehen. Sie benötigen Frost oder mehrwöchige Lagerung, um genießbar zu werden – dieser Prozess wird Bletting genannt. Dabei werden Tannine abgebaut und die Früchte entwickeln eine teigige Konsistenz sowie ein süß-aromatisches, würziges Aroma, das an eine Mischung aus Birne und Feige erinnert. Die Früchte eignen sich für Marmelade, Gelee, Mus, Saft und Likör.
Von Mai bis Juni erscheinen große, weiße Blüten mit auffälligen Staubgefäßen, die einzeln an den Kurztrieben stehen. Mit einem Durchmesser von 3 bis 5 Zentimetern sind sie wichtige Nektar- und Pollenquellen für Bienen, Hummeln und Schwebfliegen. Die Früchte werden im Winter von Vögeln geschätzt und machen die Mispel zu einem wertvollen Vogelnährgehölz.
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